Auch in diesem Winter lud der Energiebeirat wieder zu einem Thermografie-Spaziergang ein. Das Interesse war groß: Alle zwölf verfügbaren Plätze waren schnell vergeben. An insgesamt drei Terminen erhielten die Teilnehmenden die Möglichkeit, einen genaueren Blick auf ihre Gebäudehülle zu werfen – und darauf, wie gut die kostbare Heizwärme tatsächlich im Haus bleibt.
Zu Beginn jedes Spaziergangs gab Mirko Döring vom Energiebeirat eine kurze Einführung in das Thema Thermografie. Er erklärte, was Wärmebilder zeigen können, wo ihre Grenzen liegen und wie die farbigen Darstellungen richtig zu interpretieren sind. Sein anschaulicher Tipp: Wärmestrahlung lässt sich manchmal auch ganz ohne Kamera erkennen – etwa nach einem Schneefall. Schmilzt der Schnee auf dem eigenen Dach deutlich schneller als auf den Nachbardächern, kann dies auf unzureichende Dämmung hinweisen.

Im Anschluss betrachteten die Gruppen mit der Thermografie-Kamera die Häuser der Teilnehmenden aus verschiedenen Perspektiven. Dabei wurden typische Schwachstellen sichtbar, die mit bloßem Auge kaum zu erkennen sind. Häufig zeigten sich erhöhte Wärmeverluste an Rollladenkästen, Fensterbänken oder Heizkörpernischen. Auch Keller- und Heizungsräume ließen sich anhand der Wärmeabstrahlung gut identifizieren. Herr Döring veranschaulichte die Wirkung von Wärmebrücken mit einem Vergleich: „Das ist, als würden Sie Ihre Hand ins Eisfach legen.“

Selbst gekippte Fenster blieben nicht unentdeckt. Gerade in Küche oder Bad ist Lüften wichtig, doch dauerhaft gekippte Fenster können problematisch sein. Während Stoßlüften – je nach Durchzug – in wenigen Minuten die Raumluft austauscht, kann ein gekipptes Fenster über lange Zeit das Mauerwerk auskühlen. Die Folge können Kondenswasser und im schlimmsten Fall Schimmelbildung sein.
Im Nachgang erhielten alle Teilnehmenden ihre Thermografie-Aufnahmen per E-Mail oder auf Wunsch per Post. Der Thermografie-Spaziergang bot Denkanstöße und erste Orientierung. Für eine fundierte energetische Bewertung sind weitergehende Analysen erforderlich, dennoch empfanden viele Teilnehmende die gewonnenen Einblicke als hilfreich.

