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Kommunen am Limit: 4,3 Millionen Euro Defizit bei den Kindertagesstätten



Kinderbetreuung ist eine der wichtigsten Aufgaben unserer Gemeinde. Sie ermöglicht Familien die Vereinbarkeit von Familie und Beruf, schafft Bildungs- und Entwicklungschancen für unsere Kinder und stärkt den gesellschaftlichen Zusammenhalt. Doch die Finanzierung dieser Aufgabe gerät zunehmend aus dem Gleichgewicht.

 

Die Gemeinde Fernwald beteiligt sich deshalb am bundesweiten Aktionstag „Kommunen am Limit“, um auf die dramatische Finanzsituation der Städte und Gemeinden aufmerksam zu machen.

 

Die Zahlen aus dem Haushalt 2026 sprechen eine deutliche Sprache: Für den Betrieb der kommunalen Kindertagesstätten sind Aufwendungen von rund 6,1 Millionen Euro eingeplant. Dem stehen lediglich Erträge von rund 1,8 Millionen Euro gegenüber. Das geplante Defizit beträgt damit rund 4,3 Millionen Euro.

Anders ausgedrückt: Mehr als 70 Prozent der tatsächlichen Kosten der Kinderbetreuung müssen von der Gemeinde getragen werden. Nur rund 30 Prozent werden durch Elternbeiträge, Zuschüsse und sonstige Einnahmen gedeckt.

 

Besonders alarmierend wird diese Entwicklung im Blick auf den Gesamthaushalt. Die Gemeinde Fernwald plant für das Jahr 2026 ordentliche Erträge von rund 23 Millionen Euro und ordentliche Aufwendungen von rund 24.5 Millionen Euro. Das Defizit der Kindertagesstätten allein verschlingt damit nahezu jeden fünften Euro, den die Gemeinde einnimmt.

 

Diese Entwicklung ist kein Fernwalder Problem, sondern Ausdruck einer bundesweiten Schieflage. Bund und Länder beschließen immer neue Rechtsansprüche, Qualitätsstandards und Betreuungsangebote – die Rechnung landet jedoch überwiegend bei den Kommunen. Während die Anforderungen stetig steigen, wächst die Finanzierung nicht im gleichen Maße mit.

 

Die Kommunen stehen dabei vor einem Dilemma: Sie sollen hochwertige Kinderbetreuung gewährleisten, ihre Infrastruktur erhalten, Feuerwehren ausstatten, Straßen sanieren, Vereine unterstützen und zahlreiche weitere Pflichtaufgaben erfüllen. Gleichzeitig werden die finanziellen Spielräume immer kleiner.

 

Fernwald steht zu seinen Kindertagesstätten und wird auch weiterhin alles daransetzen, Familien ein verlässliches Betreuungsangebot zur Verfügung zu stellen. Doch die aktuellen Zahlen zeigen deutlich: Die Belastungsgrenze vieler Kommunen ist erreicht.

 

Wer immer neue Leistungen fordert, muss auch bereit sein, deren Finanzierung dauerhaft sicherzustellen. Andernfalls droht die kommunale Handlungsfähigkeit Schritt für Schritt verloren zu gehen – mit spürbaren Folgen für Bürgerinnen und Bürger vor Ort.

 

Der Aktionstag „Kommunen am Limit“ soll deshalb ein deutliches Signal senden: Städte und Gemeinden brauchen keine weiteren Aufgaben ohne Gegenfinanzierung. Sie brauchen eine faire finanzielle Ausstattung, damit sie die Leistungen erbringen können, die von ihnen erwartet werden, jetzt und auch in Zukunft.